Internet im Wohnmobil

Wenn man, wie wir, jeden Tag berichtet bzw. im Internet unterwegs ist und das in fast ganz Europa, braucht man dazu eine Internetverbindung. Wir nutzen dafür seit knapp 3 Jahren ausschliesslich das Satelliteninternet. Ein Prepaid-Notstick von Telering/Georg fährt zwar mit, geht aber nur in Österreich :-( Zudem sind wir in Sachen Smartphone und Tablet-PC sehr altmodisch unterwegs, denn wir besitzen so etwas nicht, nur ein Handy mit Tasten von 1-9, um seltene Gespräche in die Unterwelt zu führen :-D Apps auf dem iPhone? Was ist das? ;-) Bei uns ist die Konstellation ganz einfach, wenn auch etwas kompliziert:

So eine automatische Satanlage sorgt für die Verbindung zwischen Satelliten und Erde. Hier, wie bei uns, die Oyster von Ten Haaft mit normalen LNB.

Der normale LNB wird durch einen großen iLNB ersetzt

Dieser sogenannte interaktive LNB besitzt 3 Funktionen:

  • Senden (Daten)
  • Empfangen (Daten und TV)
  • Erdkrümmungsausgleich (SKEW) – vorteilhaft in der Randausleuchtungszone z.B. Portugal oder Finnland

Diese an- und abgehenden Signale werden duch den Receiver geschleift und an das Satellitenmodem weitergeleitet:

Das Modem – die Schnittstelle zwischen Satanlage und Fritz!Box. Die Signale werden hier verarbeitet und via LAN-Anschluss ausgegeben. Bei Satelliten-Internet haben viele noch das alte Sytem im Kopf: Ein 56k-Modem welches die Datenanfrage absendet und nur die eigentlichen Daten über den Satelliten in hoher Geschwindigkeit empfangen werden. Die Zeiten sind mit dem Zwei-Wege-System schon lange vorbei und ein separater Vertrag entfällt.

Hier der direkte Zugriff auf das Modem, man sieht neben der Verbindungsqualität auch alle Sende- und Empfangsdaten mit eventuellen Fehlern

Das Modem könnte man eigentlich direkt mit dem PC verbinden, da aber unser Provider u.a. auch eine statische Festnetznummer anbietet, macht eine angeschlossene Fritz!Box Sinn. Hier kann neben dem analogen Telefon auch die WLAN-Funktion genutzt werden, außerdem ist bei uns der Solarladeregler angestöpselt. Ein Fax würde auch gehen, das wäre schon lustig: Faxen machen in der Pampa via Satellit :-D

Natürlich kann man auch in der Fritz!Box einiges konfigurieren, so wäre auch ein Gastzugang für andere netzlose Wohnmobilisten möglich

Einige Erfahrungen haben wir somit schon sammeln können. Im Norden hatten wir bis Östersund (Mittelschweden) und Kotka (zwischen Helsinki und St. Petersburg) stabilen Empfang. Im Süden z.B. Gibraltar ging es ebenfalls ohne Probleme. Das Einzige was den Emfang trübt, ist Starkregen und Wind. Heute war so ein “Testtag”:

Unser Standort…

…und das Wetter dazu

Der Empfang blieb bis auf einem zweiminütigem Aussetzer stabil. Die Störung war jedoch so stark, dass auch das TV-Signal ausfiel. Da sich nun langsam der Monat dem Ende entgegen geht, ist unsere Vebindungsgeschwindigkeit etwas gedrosselt worden, denn unser vereinbartes monatliches Volumen beträgt eigentlich 5Gigabyte :-D

Schon fast das Doppelte, somit ist die aktuelle Verbindungsgeschwindigkeit mehr als in Ordnung:

7 Gedanken zu “Internet im Wohnmobil

  1. Ja…also nach meinem Geschmack/Eindruck ist das alles ziemlich einfach und geradezu altmodisch. ;-)
    Erinnert fast ein wenig an Wahlscheibentelefonie (“Mist … wieder besetzt”)

  2. Mich würde interessieren, wie schnell das Internet in der Praxis lädt und arbeitet: Wenn größere Bild- oder Videodateien rausgeschickt werden müssen. Ich beabsichtige, unterwegs kleine Videosequenzen zu drehen und zu schneiden (max. 2 Minuten), muss dieses dann aber auch zeitnah ins Netz kriegen…

    Beste Grüße
    Klaus-Ulrich

  3. Beim Sat-Internet gibt es eigentlich nur das Problem der langen Wege (Erde-Sat-Erde), daraus resultieren auch die hohen Ping-Zeiten, so ca. 900ms. Also fliessende Anwendungen, wie Online-Spiele, schnelles Bieten bei Ebay etc. sind nur bedingt möglich. Telefonieren geht jedoch recht ordentlich. Ansonsten wird die Down- und Uploadgeschwindigkeit nur vom Provider begrenzt (nach oben ist hier mit viel Geld viel möglich). sobald die Anfragedaten (Download, Domainaufruf) abgesendet und bearbeitet wurden, geht der Seitenaufbau sehr zügig. Upload ist bei größeren Dateien recht mühsam, wegen der vom Provider geringen eingestellten Geschwindigkeit (bei uns um die 2-300kbps, also ungefähr 30KByte pro Sekunde – das ist nicht die Welt).

  4. Satanlagenhardware einmalig inkl. TV-Empfang und Providermodem zwischen 1000 und 3500€ (von manuell bis vollautomatisch) z.B. bei Filago direkt oder aber bei Zubehörshops wie Reimo oder Fritz Berger, hier kann man auch Kunden- bzw. Messerabatte mitnehmen. Monatliche Kosten zwischen 20 und 80€ für eine Flatrate inkl. Telefonfestnetznummer in ganz Europa (außer Mittel- bis Nordskandinavien) z.B. bei IPcopter oder eben Filago

  5. Hallo,sehr guter Bericht,bin noch am überlegen,denn die kosten sind noch zu viel! Lass mir gerade ein Angebot von CRYSTOP-INTERNET Anlagen kommen!
    Welchen Provider ist der beste?
    Gruß Concordlertoni .

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